Ayurveda Typen: Vata, Pitta oder Kapha – welcher Typ bist Du ?

„Das Wissen vom Leben“ – Ayurveda, die traditionelle indische Heilkunst, hat längst ihren Weg zu uns gefunden. In Indien als wissenschaftliche Heilmethode anerkannt, hat es Ayurveda in Europa hauptsächlich den Bereich Wohlbefinden und Lebensstil erobert. Bevor ayurvedische Verhaltensempfehlungen ausgesprochen und gelebt werden können, solltest Du erst über die Ayurveda Typen Bescheid wissen.

Man unterscheidet 3 ayurvedische Typen, die je nach Konstitution zu dem einen oder anderen, oder auch mehreren Doshas (dt. etwa ‚Fehlerpotential‘) neigen. Diese Konstitutionstypen sind vom äußeren Erscheinungsbild und den Neigungen zu Krankheiten abhängig und prägen in ihrer Zusammensetzung Charakter und Persönlichkeit von Menschen.

Die Doshas sind Vata, Pitta und Kapha; das Bewegungs-, das Feuer- das Stoffwechsel- und das Strukturprinzip. Die drei Typen stehen mit den 5 Elementen in Verbindung. So steht Vata für Wind, bzw. Luft und Äther (Raum), Pitta für Feuer und Wasser und Kapha für Erde und ebenfalls Wasser.

So individuell die Menschen sind, so kann auch nicht jeder Mensch voll und ganz einer dieser Gruppen zugeordnet werden. Jeder und jede von uns trägt alle drei Doshas in unterschiedlicher Dosis in sich. Erst die Ausprägung und die Konstitution entscheidet über den tendenziellen Typ. Meistens handelt es sich tatsächlich um ein einzelnes dominierendes Dosha. Manche Menschen haben auch 2 ähnlich starke Dosha, bei ganz wenigen sind alle drei Doshas gleichstark vorhanden.

Wir haben die verschiedenen Charakteristika im Detail herausgearbeitet und so einen Test zur Typbestimmung für Dich zusammengestellt. Du erfährst dort Deine persönliche Tendenz und kannst Deine Verhaltensweise danach ausrichten. In der Ernährung und der richtigen Rezept-Auswahl spielt das etwa eine sehr große Rolle, wie auch für Deinen allgemeinen Lebensstil.

Vata – kreativ und voller Lebensenergie

Vata Typen sind kreativ und manchmal chaotisch.

Vata-Menschen sind tendenziell schlank gebaut, wiegen wenig, sind flexibel und ständig in Bewegung. Bei ihnen ist alles im Fluss und in ständigem Wandel, sie fühlen sich in einem Leben mit Veränderungen wohl und lernen gerne neue Dinge. Dabei hilft ihnen eine grenzenlose Kreativität, schnelles Denkvermögen, ein bisschen Chaos, Eloquenz und Flexibilität.

Ihre Elemente sind Luft, das für Bewegung der Muskulatur, Herzschlag, Atem, Bewegung der Magenwand und des Darmes, des zentralen Nervensystems und für den Tastsinn steht, und Äther (bzw. Raum), der im Körper mit Mund, Nase, Magen-Darmtrakt, Atemtrakt, Brustraum, den Kapillaren und Lymphbahnen, Gewebe und Zellen verbunden wird. Die jeweiligen ausführenden (Sinnes-)Organe sind die Haut und das Ohr.

Befindet sich ein Vata-Typ im Gleichgewicht, ist er kommunikationsfreudig, ein kreativer Chaot, lebendig, wach, liebt die Wärme und hat eher eine Abneigung gegen kaltes Wetter. Appetit und Verdauung sind von Haus aus wechselhaft. Sie sind sensible, sprunghafte Persönlichkeiten, die viel in Bewegung sind und demnach auch gerne viel Reisen.

Kommt die Vata-Konzentration allerdings ins Ungleichgewicht, werden zu viele Aufgaben mit zu wenig Ausdauer angegangen, man lässt sich leicht ablenken, arbeitet unkonzentriert und ist leicht nervös und ruhelos. Konzentrations- und Schlafstörungen und nervöse Ängstlichkeit sind da keine Seltenheit. Die mit viel Elan begonnenen Projekte werden schnell wieder verworfen, weil schlichtweg die Ausdauer fehlt.

Pitta – stark und herausfordernd

Menschen mit durchschnittlicher Figur, Entscheidungsfreude und viel Selbstbewusstsein, werden allgemein dem Pitta-Typ zugeordnet. Die sind dynamische, eindrucksvolle Persönlichkeiten, die viel geistige und körperliche Energie aufbringen können. Damit geht einher, dass sie sich ab und zu überschätzen und zu dominant auftreten. Sie stellen sich gern Herausforderungen und lieben Sport, Spiel und den Wettkampf.

Feuer und Wasser sind die Elemente, die man dem Pitta-Dosha zuordnet. Wasser steht im Körper für die Absonderung der Verdauungssäfte und Speicheldrüsen, die Schleimhäute, das Plasma, die Zunge und die Funktion der Gewebe und Organe. Feuer kümmert sich um Stoffwechsel- und Enzymsystem, Verdauung, Intelligenz, Körpertemperatur, Denkvorgänge und das Sehvermögen.

Das Pitta ist im Gleichgewicht, wenn der Mensch, der dazu tendiert, eine mittlere Statur hat, sehr intelligent, scharfsinnig, ehrgeizig und eloquent ist. Er sucht Herausforderungen und Führungsaufgaben und zeichnet sich durch sein Organisationstalent und hohes Energieniveau aus. Pitta-Typen haben von Natur aus einen lebhaften Appetit.

Vorzeitiges Ergrauen, Haarausfall und die Neigung zur Gereiztheit sind hier Anzeichen für Ungleichgewicht. Außerdem werden Menschen in solchen Fällen oft eher zornig und eifersüchtig und tendieren dazu sich zu überfordern. Auch Entzündungen, vor allem bei den Augen, Hitzeschübe, Magengeschwüre und Sodbrennen sind hier typisch.

Kapha – der Ruhige unter den Ayurveda Typen

Kapha Typen sind Genießer und entspannen gerne bei ausgiebigem Schlaf.

Bei Menschen, die zu Kapha tendieren lässt sich ein korpulenter Körperbau und ein ruhiger, geduldiger Charakter beobachten. Sie sind selbst bei Stress ausgeglichen, neigen nicht zur Hektik und sind zuweilen nur schwer aus der Bahn zu werfen. Ihre Seelenstärke, ihr Sanftmut und Zuverlässigkeit machen sie zu guten Freunden, zumal sie nicht gerne streiten. Sie lieben das Wasser und Farben und brauchen viel Sonne und Wärme.

Ein Element des Kapha-Typs ist die Erde, die allgemein für Ruhe und Standfestigkeit steht. Sie wird auch mit Knochen, Knorpeln, Bändern, Nägeln, Muskulatur, Sehen, Haut, Haaren und dem Geruchssinn assoziiert. Außerdem wird, wie auch beim Pitta-Typ, das Wasser mit Kapha verbunden.

Im Gleichgewicht befindet sich ein Kapha-Mensch, der einen stabilen, schweren Körperbau hat, methodisch, geduldig und ausdauernd arbeitet und gerne tüftelt. Die ausgeglichene Kapha-Persönlichkeit plant und organisiert gerne und findet regelmäßige Routine nicht als unangenehm. Sie sind Genießer, essen gerne und schlafen tief und lang.

Kapha im Ungleichgewicht führt zu einer langsamen Verdauung und Übergewicht und entwickelt eine Tendenz zu Gier, Neid, Besitztrieb, Langsamkeit und Verschleimung (etwa im Brust- und Kopfbereich). Da Kapha-Typen nicht gerade für ihre Leichtfüßigkeit berühmt sind, verwundern aufkommende Trägheit und Faulheit nicht unbedingt.

Denke daran, dass Du einzigartig bist und nicht alle Eigenschaften eines bestimmten Ayurveda Typs auf Dich zutreffen müssen. Sehe es als grobe Orientierungshilfe an, nach der Du Dich gerne richten darfst. Probiere es am besten aus, setze einmal einige Empfehlungen für Deinen Typ um und beobachte, wie es Dir damit geht. Je individueller und persönlicher Du auf Deine Bedürfnisse eingehst, desto besser. Namasté!


Titelbild: © Gabriel – stock.adobe.com

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